Am 15. Juni 1439 wurden die Leipziger Zimmerer als Bruderschaft in die Gemeinschaft der guten Werke des Franziskanerordens aufgenommen. Allerdings arbeiteten diese Gewerke in der Stadt an der Pleiße bestimmt schon seit dem 12. Jahrhundert.
Denn in dem um 1165 abgefassten Stadtbrief stand bereits, dass Markgraf
Otto von Meißen die Stadt hatte erbauen lassen
– „aedificandam distribut“ – was nichts anderes als eine Förderung einer frühstädtischen Siedlung zum Ausdruck brachte, die sich schon Jahrzehnte vorher herausgebildet hatte.
Traditionsbewusstsein zur 550-Jahrfeier
Die Existenz und zähe Lebensfähigkeit des Zimmerergewerkes Leipzigs unterstrich ihr 550. Gründungsjubiläum im Sommer des Jahres 1989, das für die Öffentlichkeit auf dem Sachsenplatz mit einer eindrucksvollen Veranstaltung trotz mancherlei staatlicher Einschränkungen begangen werden konnte.
Leipzig ist nach der Wiedererringung der Einheit Deutschlands 1990 zu einer riesigen Baustelle geworden. Jetzt vermögen Leipziger Zimmerer keinesfalls mehr allein diese Riesenarbeit zu bewältigen. Aus allen möglichen deutschen Gegenden kommen Bauunternehmen.